Story

Was wäre, wenn man den Atommüll anteilig auf alle Bürger aufteilen würde?
Es ist das Jahr 2024. Die weltweite Energiekrise hat sich drastisch zugespitzt. Durch die verstärkte Wiedernutzung der Kohlekraftwerke in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts stieg die Erderwärmung in den letzten 10 Jahren um um fast 2 Grad. Fossile Brennstoffe sind nahezu aufgebraucht, (Offshore-)Windparks werden von Orkanen und Tsunamis niedergewaltzt, Solarfelder in Europa von Saharastürmen zerstört. Seit drei Jahren wird der Strom “rationiert” – ab 22:oo Uhr wird der Strom abgeschaltet. In Bayern wurde eine revolutionäre Energiezelle entwickelt. Ein recyclingbasiertes Kleinstkraftwerk, das sogenannte PPP (personal power plant) oder auch “Triple P” genannt. Dies läutet das Ende der Energiekrise ein. Jeder Bürger kann  über das PPP den Strom für seine elektrischen Haushaltsgeräte beziehen.

Die Verteilung des so genannten “Triple P” ist seit einer Woche abgeschlossen. Jeder Bundesbürger musste sein – durch einen Barcode gekennzeichnetes – PPP beim jeweiligen Meldeamt abholen. Im Vorfeld wurde die Verteilung stark positiv propagiert – so positiv sogar, dass jeder einzelne Bürger das gute Gefühl hat, einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt zu leisten. Erstaunlich wenige Menschen scheinen sich Gedanken über die gesundheitlichen Folgen durch den Inhalt des PPP’s zu machen.

Viel größer ist ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen Tragens der Verantwortung. Presse und Medien tun das Ihrige dazu: Die PPP’s werden angepriesen, wo es geht. Es entsteht ein völlig neuer Markt. So gibt es schicke PPP-Designs, Ideen in Möbelausstellungen, wie man das PPP beispielsweise als Couchtisch umfunktioniert, Familienportraits bei denen jedes Mitglied stolz sein PPP dabei hat, Reality-TV-Shows über das Leben mit dem praktischen PPP. Ein PPP zu haben und stolz darauf zu sein, gehört dazu. Wie einst die Anti-Atomkraft-Sonnen, gibt es nun „I love PPP“-Buttons, Souvenirs, Aufkleber und was das Merchandising Department sonst noch hergibt.

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